Wertvolle Qual?

Qual

Bitte funktioniere doch einfach mal!

Hast Du diesen Gedanken auch schon einmal über Deinen eigenen Körper gehabt? Hast Du auch schon eine Phase erlebt, in der Du Dir nichts sehnlicher gewünscht hast, als dass nicht jeder einzelne Tag eine körperliche Qual ist?

Ich habe viele solche Phasen hinter mir. Phasen in denen ich ständig Schmerzen, Erkältungen, Migräne oder andere “Zipperlein” hatte. Ich habe mich oft über Wochen und Monate hinweg keinen Tag wirklich wohl und voller Energie gefühlt. 

Und ich war sehr genervt von meinem eigenen Körper! Mit der Zeit habe ich jedes Vertrauen in mich selbst verloren. Meine innere Stimme wurde immer leiser, je weniger ich ihr zugehört habe. Ich wollte nicht hinschauen oder  hinterfragen, wo die ganzen Qualen eigentlich her kamen. Ich war es wirklich leid, dass ständig etwas weh getan hat, nicht richtig funktioniert hat oder meine Emotionen Achterbahn gefahren sind. 

In dieser Zeit war meine Hochsensibilität ein negativer Verstärker und machte alles noch unerträglicher. 

Die Kommunikation Deines Körpers

Die Dinge haben sich erst zum positiven verändert, als mir allmählich bewusst wurde, dass ich mich mit dieser Qual, diesen Schmerzen, Beweglichkeitseinschränkungen und Stimmungsschwankungen verbünden muss. Dass ich all das erst mal akzeptieren, anschauen und anerkennen muss. Und zwar möglichst wertfrei. 

Denn schon von klein auf bewerten wir die meisten Regungen und Meldungen unseres Körpers als etwas negatives. Wenn wir uns als Kind verletzen oder krank sind, bekommen wir in der Regel zwar viel Aufmerksamkeit von den Eltern, aber wir spüren gleichzeitig unterbewusst, dass es auch Stress und Belastung für sie bedeutet.

In der Schule müssen wir Leistung bringen, egal wie es uns geht. In der Arbeit spitzt sich das nochmal enorm zu. 

Bald schon verstehen wir, dass es das Beste ist, wenn der Körper einwandfrei funktioniert. (Von der Psyche ganz zu schweigen!!)

Aber dieses Denken ist, wenn man mal darüber nachdenkt, so falsch und auch gefährlich für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. 

Denn das entstehen lassen von Symptomen ist ja quasi die einzige Möglichkeit, die der Körper hat, uns zu sagen, dass gerade echt was schief läuft. Wir sollten es also wieder lernen, Symptome anzunehmen, sie willkommen zu heißen, als Botschaft unseres Körpers. Und sie nicht sofort mit Medikamenten unterdrücken! 

Mit dem Körper arbeiten, nicht gegen ihn!

Immer wenn Dir der Schreck in die Glieder fährt, Dir etwas im Magen liegt, Dir jemand auf der Nase herum tanzt, Du mit dem Rücken zur Wand stehst, Du Dir die Haare raufen könntest oder Du Dir die Zähne ausbeißt… Immer dann wird auch Dein Körper darauf reagieren. Und ich könnte noch unzählige solche Beispiele aufzeigen! 

Unser Körper und unsere Emotionen sind viel enger verknüpft, als wir immer gedacht haben. Wir müssen das ernst nehmen! Viel ernster als bisher!

Denn dann schaffen wir es den Symptomen Raum zu geben, ihnen zuzuhören. Wir brauchen dann kaum noch Medikamente (plus Nebenwirkungen), denn wir können die Eigenverantwortung wieder übernehmen. Wir können unsere Situation reflektieren, uns hinterfragen und bewusst und vor allem aktiv Veränderungen in Angriff nehmen, wenn es nötig ist. 

Wir können mit unserem Körper arbeiten. Durch Bewegung, Ernährung, Entspannung, Schlaf usw. eine neue Richtung einschlagen. Wir brauchen uns selbst und unsere körperlichen Regungen nicht länger bekämpfen. Wir dürfen wieder weich werden uns selbst gegenüber. Unsere Verletzlichkeit zulassen. Und Hilfe in Anspruch nehmen. Wir können der Qual ein Ende setzen.

Dann wird es uns bald besser gehen. Symptome verbessern sich, sobald ihre Botschaft angekommen ist und verstanden wurde. 

Vertrau dem Prozess

Natürlich ist das alles ein Prozess. Das was ich oben beschrieben habe, wird nicht von heute auf morgen gelingen. Aber wir dürfen vertrauen. 

Was mir über die Jahre gelungen ist, wirst Du auch schaffen. Betrachte Deine Qual in einem neuen Licht. Mach Dich einfach auf den Weg!

Falls Du Hilfe brauchst, oder Dich zu diesem Thema austauschen möchtest, melde Dich gerne bei mir!

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